Richard Gölz in Wankheim

Richard Gölz, Pfarrer in Wankheim und seine Frau Hilde, geb. Werner, März 1942

Richard Gölz war Pfarrer in Wankheim ab 1935.

Der Evangelische Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche in Württemberg hatte ihm mitgeteilt, dass er nicht länger als Stiftsmusikdirektor am Ev. Stift in Tübingen erwünscht war.
Dort hatte es lange Konflikte mit dem den „Deutschen Christen“ (DC) nahestehenden Ephorus Fetzer gegeben.

Richard Gölz gehörte zur „Bekennenden Kirche“ (BK).
siehe auch Richard Gölz bei www.evangelischer-widerstand.de

Im Buch „Lichter im Dunkel“ beschreibt später Max Krakauer, wie er u.a. im Wankheimer Pfarrhaus bei Hilde und Richard Gölz als verfolgter und mit der Vernichtung bedrohter Angehöriger des Jüdischen Glaubens Aufnahme fand. Max Krakauer war in Wankheim vom 31. August bis zum 27. September 1943.
www.alemannia-judaica.de/max_krakauer.htm

 

Zur Pfarrhauskette siehe auch die Nachforschungen von Joachim Hahn:
www.elk-wue.de/04112019-das-netz-der-pfarrhauskette

Zum Stolperstein Richard Gölz in der Tübinger Stiftskirche siehe
https://archive.ph/20150103094204/http://old.stiftskirche-tuebingen.de/aktuelles.php?mId=11091&cId=146

 

 

Besonders eindrücklich vergegenwärtigt sind Leben und Wirken von Richard Gölz
und seiner Ehefrau Hilde Gölz geb Werner
im international preisgekrönten

Dokumentarfilm

"Richard Gölz: Der Kantor Schwabens (The Cantor of Swabia)"

hier zum Film-Trailer

Beim TVT - Verlag Tübingen kann die DVD bestellt werden:
http://tvt-verlag.de/goelz_dvd.html

Die Filmemacher sind die in den USA lehrende Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Sabine Gölz
und der in den USA lebende Musiker Dr. Oleg Timofeyev
www.arbatfilm.com

Der familiäre Bezug ist klar: Sabine Gölz ist Enkelin von Richard Gölz.
Richard Gölz‘ Sohn Heiner Gölz sowie viele weitere Zeitzeugen des in den Jahren 2012-2016 entstandenen Films tragen Mosaiksteine zu einem neugewonnenen Portrait über Richard Gölz bei.
Stimmen aus der Evangelischen Kirchenmusikforschung und Liturgiewissenschaft und Theologie kommen ebenso zu Wort wie die heutige Kirchliche Arbeit Alpirsbach, welche sich ihrem Mitbegründer Richard Gölz nach wie vor verbunden und verpflichtet weiß.

Kurt Oesterle Richard Gölz – Ein Wankheimer Licht im deutschen Dunkel T·V·T (Theologischer Verlag Tübingen), 2011 2. neu bearbeitete und erweiterte Auflage 28 Seiten, 4,00 € ISBN 978 -3-929128-50-5

Eine Literatur-Auswahl zu Richard Gölz:

  • Thomas Camphausen/Matthias Wolfes, Art. „Gölz, Richard“,in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Verlag Traugott Bautz, Band XVI (1999), Sp. 575-598

  • Wegweisend aus dem Jahr 1995 bleibt die Dissertation (Uni HD) von Joachim Conrad:
    „Richard Gölz (1887-1975). Der Gottesdienst im Spiegel seines Lebens.“
    Sie liegt gedruckt vor und ist zum Standardwerk über Richard Gölz geworden.

  • Die Forschungsergebnisse und Erkenntnisse, welche Prof Dr. Konrad Klek, Theologe und Universitätsmusikdirektor in Erlangen erarbeitet hat, z.B. im Art. „Gölz“ im „Kompendium der Liturgiewissenschaft“ betonen die Rezeption und Fruchtbarmachung der Barth’schen Theologie in die Kirchenmusik durch Richard Gölz.
    Zugleich zeigt Klek auf, inwiefern Gölz als Schriftleiter der Theologischen Monatshefte hierbei deutschlandweite Wirkung entfalten konnte.

  • Durch das in 2 Aufl. von Kurt Oesterle und Harry Waßmann erschienene Büchlein
    "Richard Gölz. Ein Wankheimer Licht im deutschen Dunkel" sorgte der tvt-verlag Tübingen dafür, daß Richard Gölz nicht vergessen wurde.




  • Aufschlußreich war 1985 der Versuch von Eberhard Weismann und Karl Eßlinger, anläßlich des
    50 jährigen Bestehens der Kirchlichen Arbeit Alpirsbach den Begründer Richard Gölz, welche er von 1933-1945 maßgeblich leitete, vor dem Vergessen zu bewahren.
    Die beiden Autoren schreiben im Vorwort: „Von Richard Gölz, der von 1933-1945 der entscheidende Organisator und auch theologisch der eigentlich spiritus rector der Alpirsbacher Arbeit war, aber dann bald nach dem Krieg den Blicken der Freunde entschwand, ist heute fast nichts mehr bekannt, außer daß er 1934 das <Chorgesangbuch> herausgegeben hat. Darum sollen hier einige <Zeugnisse> dieses Lebens vorgelegt werden, ehe seine Spuren sich verlieren.“
    Heutige Darstellung bei der KAA siehe www.kaalpirsbach.de/geschichte

  • Für die Württembergische Landeskirche verfaßte Paul Schempp-Kenner Harry Waßmann aus Tübingen anläßlich des 125. Geburtstags von Richard Gölz im Jahr 2012 den offiziellen Gedenkartikel: archive.ph/20130211125417/http://www.elk-wue.de/glauben/gedenktage/gedenktage-2012/goelz-richard/

Neuere Forschung:

  • Überleben im Untergrund: Hilfe für Juden in Deutschland 1941-45 /
    Beate Kosmala; Claudia Schoppmann (Hrsg.) -
    Berlin: Metropol, 2002(Reihe Solidarität und Hilfe; Bd. 5),ISBN 3-932482-86-7
    dort S. 197f. zu Richard Gölz

  • Beate Kosmala: Richard Gölz (1887-1975) – Theologe, Kirchenmusiker und Lebensretter aus Wankheim. In: Angela Borgstedt u. a. (Hrsg.): Mut bewiesen. Widerstandsbiographien aus dem Südwesten (= Schriften zur politischen Landeskunde Baden Württembergs, hrsg. von der Landeszentrale für politische Bildung Baden Württemberg, Bd. 46), Stuttgart 2017, ISBN 9783945414378, S. 207–216.